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Fläschchen-Nahrung: Ohne Stillen geht es auch

Muttermilch ist zwar ideal für Babys. Aber nicht immer ist Stillen möglich. Was Sie beachten müssen, wenn es um Säuglingsnahrung geht


Bloß Keine Hektik: Trinken aus dem Fläschchen gibt Zeit für Zweisamkeit

Kein schlechtes Gewissen!

Um allen Müttern, die nicht stillen, gleich zu Beginn Entwarnung zu geben: Auch Kinder, die nicht an der Brust trinken, werden groß und stark! Denn die gute Nachricht ist: Die Forschung ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass es gelungen ist, den Nährstoffgehalt von industrieller Fertignahrung in vielen Punkten der Muttermilch anzugleichen.

Romantik versus Realität

Klar, das romantische Bild einer frisch gebackenen Mutter sieht so aus: Das Kind liegt friedvoll nuckelnd an der Brust einer strahlenden Mama. Stillen hat ja unbestreitbar auch große Vorteile für Mutter Kind (siehe unser Spezial "Stillen") und wird deshalb in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten empfohlen. Es gibt aber viele Gründe, warum Frauen nicht stillen möchten oder können: Das kann gesundheitliche Gründe haben, aber auch psychische. Die Angst vor zu viel Abhängigkeit oder die Panik „ausgesaugt“ zu werden, lähmt manche Frauen in diesem Vorhaben. Um den Stillzeiten zu entgehen, empfiehlt sich als Überlegung natürlich noch die Milchpumpe. Die Milch kann abgepumpt und im Kühlschrank 24 Stunden oder im Tiefkühlfach mehrere Wochen aufbewahrt werden.


Vorteile der Fläschchennahrung

Stillen oder nicht ist letztendlich eine Frage, die jede Frau ganz individuell für sich beantworten darf und muss. Unkenrufe, dass Mamis, die nicht stillen, egoistische Rabenmütter sind, kann man getrost überhören. Das Füttern mit Fläschchennahrung – also einer geprüften Ersatzmilchvariante – hat auch Vorteile: Sie sind als Mutter nicht mehr alleine dazu verdonnert, sich um die Nahrungsaufnahme Ihres Babys zu kümmern. Sprich: Wenn das Baby nachts aufwacht, können Sie auch den Papa in die Pflicht nehmen und zum Fläschchenzubereiten und Füttern schicken. Das beinhaltet nicht nur eine körperliche Entlastung der Mutter, sondern auch eine natürliche Unterstützung der Vater-Kind-Bindung.

Die „Pre“-Nahrung

Seit 1994 gelten in Deutschland für Babynahrung EU-Richtlinien. Der Inhalt der ersten Fläschchen wird als „Säuglingsanfangsnahrung“ bezeichnet. Anfangsnahrung mit dem Zusatz „Pre“ auf der Verpackung kommt der Muttermilch am nächsten und ist deshalb für Neugeborene die erste Wahl. Als einziges Kohlehydrat enthält die „Pre“-Nahrung Milchzucker (Laktose). Eine ausreichende Nährstoffversorgung für das Baby gewährleisten zudem Vitamine und Mineralstoffe. Von selbst hergestellter Säuglingsanfangsnahrung raten Experten ab – aus ernährungsphysiologischen wie hygienischen Gründen.

Satt und glücklich

Die angerührte Anfangsmilch sättigt die Säuglinge ähnlich wie die Muttermilch. Und so wie beim Stillen gibt es auch beim Füttern mit der Flasche keine generell gültigen Zyklen. Achten Sie einfach auf den Bedarf Ihres Kindes. Dass Sie Ihrem Babys zu viel von der Anfangsmilch geben können ist nahezu ausgeschlossen. In der Regel geben Sie dem kleinen Wurm fünf bis sechs Fläschchen am Tag. Bei manchem Kind ist es eben etwas mehr, beim anderen etwas weniger. Vertrauen Sie sich und den Bedürfnissen Ihres Kindes. Falls noch Fragen offen sind, wenden Sie sich an die Hebamme oder den Kinderarzt. Auf eines müssen Sie allerdings immer achten: Die Milch sollte immer frisch zubereitet sein.

Enge Bindung trotz Flasche

Grundsätzlich gilt: Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn es heißt, dass eine enge Bindung zwischen Kind und Mutter nur durch den Stillprozess entstehen kann. Sie können Ihrem Liebling die gleiche Nähe und Zärtlichkeit angedeihen lassen wie Stillkindern. Achten Sie auf genügend Körperkontakt und ausgiebige Kuscheleinheiten. Wenn Sie zu der Entscheidung stehen und mit Selbstsicherheit in die Fläschchenfütterung gehen, spürt Ihr Kind das ganz deutlich und wird mit Ihnen diesen Weg gemeinsam beschreiten. Ohne dass es jemals Liebe oder Nähe vermissen wird.



Sandra Schmid / www.baby-und-familie.de; 05.08.2005, aktualisiert am 22.03.2011
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF

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